Grundlagen des Streamings

Dieser Beitrag dient als Einstieg in das Thema. In nachfolgenden Beiträgen werden einzelne Apekte ausführlicher erläutert.

Beim Streamen werden Bild und Ton live ins Internet übertragen und beliebig viele Zuschauer können diese Live-Übertragung sehen.

Da alles live ist, kann man natürlich keine Fehler ausbessern. Gesendet ist gesendet.

Daher ist es unbedingt erforderlich, die Übertragung sorgfältig zu planen.

Beim Streamen erfolgt die Datenübertragung grundsätzlich über UDP/IP. Hierbei werden fehlerhafte oder fehlende Bilder nicht erneut übertragen sondern einfach ignoriert. Ansonsten hätte man kurze Wiederholungen drinnen, was wohl noch irritierender ist, als wenn das Video kurz ruckelt.

Streaming Plattform

Es empfiehlt sich beim Streamen, eine bekannte Streaming-Plattform wie Youtube oder Twitch zu nutzen und nicht unbedingt selbst einen Streaming-Server aufzusetzen.

Desweiteren benötigt man natürlich eine Kamera, ein Headset oder ein Mikrofon und eine entsprechende Streaming-Software.

Diese Streaming-Software ist bei Online-Diensten wie Twitch oder youtube bereits in der Webseite integriert. Man kann also direkt über den Browser die Kamera und das Mikrofon in den Stream einbetten und sofort live übertragen.

Allerdings hat man in diesen webseitenbasierten Streamingdiensten nur sehr wenig Möglichkeiten, den Stream zu beeinflussen. Kamera und Mikrofon werden sofort live geschaltet.

Streaming Software

Deutlich anspruchsvoller ist der Einsatz einer Streamingsoftware. Der bekannteste Vertreter dürfte wohl OBS-Studio sein. Diese Software wird auch von professionellen TV-Anbietern für Onlinestreaming genutzt.

Interessant ist neben dem unglaublichen Funktionsumfang, dass diese Software kostenlos erhältlich ist und in vollem Umfang genutzt werden kann.

Hier können Kameraperspektiven vorbereitet und live geschnitten werden. Texteinblendungen, Bildschirmaufnahmen, vorbereitete Videosequenzen und Bilder können in den Stream eingebettet werden.

Kamera und Mikrofon

Für die ersten Streamingversuche kann man natürlich die eingebaute Kamera im Laptop verwenden. Diese hat oftmals eine ausreichende Qualität.

Sobald man aber den Anspruch hat, bessere Videostreams zu erstellen, sollte man unbedingt über die Anschaffung einer Kamera mit Full-HD Auflösung (1920×1080) nachdenken.

Bei der Kameraposition ist folgendes zu beachten:

Laptopkameras sind in den Bildschirm integriert. Spricht man also zum Bildschirm, ist man auch mit der Kamera gut zu sehen. Externe Kameras werden oftmals über dem Bildschirm angebracht. Spricht man jetzt zum Bildschirm, schaut man an der Kamera vorbei.

Trotzdem empfiehlt es sich, die Kamera höher als den Bildschirm zu platzieren. Oftmals nimmt man sich selbst sonst von unten auf und der Bildausschnitt zeigt das Naseninnere deutlicher als die eigenen Augen.

Die Kamera sollte also auf Augenhöhe platziert werden. Manchmal ist es daher notwendig, die Kamera auf ein Stativ zu stellen.

Achten Sie also bei einer externen Kamera darauf, dass diese auf ein Stativ geschraubt werden kann.

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Haben Sie am eigenen Rechner gar keine Kamera eingebaut und möchten auch nicht gleich eine teure professionelle Kamera kaufen, gibt es noch eine kostenlose Alternative.

Smartphonekamera

Durch die Installation bestimmter Apps, ist es möglich, die kamera und das Mikrofon des Smartphones per USB-Kabel an den Rechner zu übertragen.

So fungiert das eigene Handy als Webcam. Ein Beispiel dafür ist Droidcam.

Hier wird auf dem Handy eine App installiert und auf dem PC eine zugehörige Clientsoftware. Über die USB-Verbindung wird nun das Kamerasignal des Smartphones als Computerkamera eingebunden und kann für das Streaming genutzt werden.

Je nach verwendeter Software stehen unterschiedliche Auflösungen zur Verfügung.

Der Stream muss dabei nicht unbedingt in Full-HD erfolgen. Oftmals reicht normales HD (1280×720) vollkommen aus.

Das Videosignal muss schließlich von der eigenen CPU in einen Stream umgewandelt werden und wird über die eigene Internetleitung zur Streamingplattform übertragen.

Wählt man die Kameraauflösung für den Stream zu hoch, kann entweder die CPU oder die Internetverbindung beim Hochladen überlastet werden. Bild- und Tonausfälle sind das Ergebnis. Lieber einen durchgängigen Stream in einer schlechteren Auflösung, als einen hochaufgelösten Stream, der dauernd unterbrochen wird.

Beleuchtung

Bei der Kamera ist darauf zu achten, dass die Beleuchtung und der Bildausschnitt gut gewählt werden. Es gibt heute schon Kameras, die eine eigene LED-Beleuchtung mitbringen.

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Achten Sie darauf, wie die Szene ausgeleuchtet wird. Kontrollieren Sie das Bild über den Monitor.

Eine Lichtquelle, die direkt von vorne ins Gesicht leuchtet, kann das gesicht zu einem einzigen hellen Fleck verschwimmen lassen. Licht, dass direkt von oben kommt erzeugt dunkle Schatten unter den Augen und Licht, das von unten kommt erzeugt ein eher gespentisch wirkendes Bild aus einem Horrorfilm.

Kommt das Licht von der Seite, ist eine Gesichtshälfte hell und die andere liegt im Dunkeln oder die Nase wirft einen Schatten.

Kommt das Licht direkt in die kamera, hat man nur einen hellen weißen Fleck im Bild und das Gesicht verschwindet nahezu in der Dunkelheit.

Idelaerweise hat man eine Leuchtquelle, die hinter der Kamera steht und die Szene indirekt beleuchtet. Schlagschatten kann man durch kleine Zusatzleuchtkörper aufhellen.

Man braucht also nicht unbedingt einen 1000Watt Strahler. 10 kleine 10Watt Strahler sind deutlich effektiver.

Hier hilft tatsächlich nur, auszuprobieren, wie das Bild am besten ausgeleuchtet ist.

Vermeiden Sie unbedingt die so beliebten Hintergundunschärfen oder eingeblendete Hintergrundbilder. Das ist für die CPU oftmals eine große Belastung. Nutzen Sie lieben einen realen, neutralen Hintergrund.

Beim Mikrofon wird am Anfang auch das eingebaute Mikrofon ausreichend sein. Aber auch hier empfiehlt es sich, auf eine bessere Qualität umzusteigen. Insbesondere wenn während eiens Streams auf der Tastatur getippt wird. Solche tastendrücke überträgt ein Laptopmikrofon ähnlich wie Hammerschläge.

Daher bieten sich exteren Mikrofone hier besser an.

Und da gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten.

Headset

Ein Headset ist das Mittel der Wahl, wenn Sie einen Videostream kommentieren wollen und Wert auf eine gute und klare Tonaufnahme legen.

Die Headsetmikrofone befinden sich oftmals sehr nah am Mund ind müssen daher nicht sehr empfindlich sein. Was dazu führt, dass Hintergrundgeräuche oftmals nicht erfasst werden und man wirklich nur die eigene Stimme überträgt. Lutstärkeregler und ein Schalter zum Stummschalten des Mikrofons (Mute) sind extrem hilfreich.

Allerdings sieht ein Headset auf den Videobildern oftmas sehr seltsam aus. Insbesondere wenn man ein Headset mit großen Kopfhörern wählt.

Beim Headset sollte man unbedingt auf einen angenehmen Tragekomfort achten. Gaming Headsets sind zwar oftmals sehr wuchtig, sind aber darauf ausgelegt, dass man sie stundenlang tragen kann.

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Da ich oftmals Online-Schulungen gebe, die den ganzen Tag dauern, trage ich das Headset mehrmals pro Woche über 8 Stunden lang am Stück. Tragekomfort ist hier extrem wichtig. Die Ohrmuscheln sollten weich sein, damit die Brillenbügel nicht an den Oren eingequetscht werden.

Dynamische Mikrofone

DIese Mikrofone sind schon für wenig Geld zu bekommen. Auf einem kleinen Stativ montiert, nemen Sie den Ton der näheren Umgebung auf. So auch den Text, der im Stream zu hören sein soll.

Dynamische Mikrofone sind, ähnlich wie beim Headset, nicht sehr empfindlich und die Reichweite der Tonaufzeichnung ist auf ca. 1m begrenzt. Für Sprecheraufnahmen ist das gut geeignet.

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Möchte man aber den ganzen Raum aufnehmen, weil es hier eine Geräuschkulisse gibt, die übertragen werden soll, zum Beispiel mehrere Personen oder Musiker, so benötigt jede merson ein eigenes Mikrofon, das dann über ein Mischpult wieder zu einem Tonsignal zusammen gemischt wird. Über das Mischpult können die einzelnen Mikrofone in der Empfindlichkeit auch geregelt werden so dass lautere Sprecher oder Instrumente etwas leiser geregelt werden können.

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Kondensatormikrofone

Möchte man aber den ganzen Raum aufnehmen, oder so viele Personen, dass nicht jeder ein Mikrofon bekommen kann, zum Beispiel Publikum, so nutzt man Kondensatormikrofone.

Diese besitzen eine sehr hohe Empfindlichkeit und können auch über weitere Entfernungen noch alle Töne aufnehmen.

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Allerdings benötigen Kondensatormikrofone eine eigene Stromversorgung, eine sogenannte Phantomspeisung.

Hier benötigt man unbedingt ein Mischpult, dass diese Phantomspeisung zur Verfügung stellen kann.

Kondesatormikrofone sollten unbedingt nur auf Stativen zum Einsatz kommen und dann eher von oben auf die Menge gerichtet sein.

Insgesamt sollte man beim Ton darauf achten, dass keine Fremdgeräusche zu hören sind. Daher Fester zu machen und auch die Tür. Am Besten einen Zettel hinhängen, dass niemand einfach reinplatzt. Das Handy sollte auf lautlos stehen und wenn möglich auch Festnetzgeräte während des Streamens ausstecken.

Die Türklingel sollte, soweit es möglich ist, ebenfalls deaktiviert werden. So gibt es während der Übertragung keine Störungen.

Internetleitung

Da beim Streamen sehr viele Daten ins Internet übertragen werden, ist der übliche DSL-Anschluss eigentlich ungeeignet. Typischerweise kommt so ziemlich überall ein ADSL-Anschluss zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Asynchrones DSL. Das bedeutet, dass man für die Datenübertragung aus dem Internet eine andere Bandbreite hat als für Übertragungen ins Internet. Der Download geht schneller als der Upload. Und beim Streamen brauchen wir Upload. Jede Menge.

Leider geben die Internetanbieter aber meistens nur die Bandbreite für den Download an. Hier hilf nur eines: Selber messen

Über Seiten, wie z.B. www.wieistmeineip.de oder ähnliches kann man einen Speedtest machen und die Bandbreite für den Upload herausfinden. Ob die Uploadbandbreite ausreicht, kann man oftmals nur über einen Teststream herausfinden. Hierbei streamt man einfach mal über die Plattform eine kurze Testsequenz mit Video und Ton. Twitch und youtube bieten hier die Möglichkeit, dass der Stream aufgezeichnet werden kann. Diese Aufzeichnung kann man sich später anschauen undsieht sehr schnell, ob die Bandbreite ausreicht.

Stellt man fest, dass die Qualität nicht ausreicht, dass es Aussetze gibt oder Ruckler, so kann man verschiedene Sachen ausprobieren:

Auflösung verringern

Wenn 1280×720 zu viele Daten produziert, kann man versuchen, die Auflösung zu verringern. Dazu gheört auch, dass man vielleicht nicht 30fps (Bilder pro Sekunde) sondern vielleicht nur 25fps überträgt.

Tonqualität verringern

Sollte es Aussetzer im Ton geben, dann vielleicht nicht die CD-Qualität mit 44kHz auswählen die 160bit, sondern hier mal auf 128bit oder noch weiter runter gehen.

Netzwerkverbindung ändern

Grundsätzlich sollte man beim Streamen den Rechner nicht per WLAN mit dem Router verbunden haben. WLAN ist eine Halfduplex-Übertragung. Das bedeutet, dassim WLAN nur einer senden kann. Ein gleichzeitiges Senden un Empfangen von Daten ist nicht möglich. Sobald also irgendjemand im WLAN sendet (auch der Router), wird der Stream vom eigenen Rechner unterbrochen.

Und das kann auch der Nachbar sein, dessen WLAN auf dem gleichen Kanal liegt und der gerade im Internet unterwegs ist.

Es können aber auch die Familienmitglieder sein, die im Nebenraum den eigenen Stream über das Handy mitverfolgen. Und das bremst natürlich den eigenen Stream aus.

Daher wird der Rechner für das Streaming grundsätzlich per Kabel an den Router angeschlossen.

Und die Mitbewohner, die den gleichen Internetanschluss nutzen, werden gebeten, während des Streamens auf die Internetnutzung, insbesonders mit großen Datenmengen, zu verzichten.

Testen Testen Testen

Hat man die technischen Hürden gemeistert, muss man den Stream immer wieder testen.

Die Bilder geben keine Kaufempfehlung wider sondern sind nur Anschauungsmaterial

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